Welche Holzarten eignen sich für die Terrasse?

Welche Holzarten eignen sich für die Terrasse?

Wer plant eine Terrasse zu bauen, muss sich nicht nur um die Größe und gegebenenfalls um rechtliche Einschränkungen Gedanken machen, sondern auch um das Material, aus welchem die Terrasse bestehen soll. Zement? Stein? Holz? Metall? Einer Mischung aus mehreren Materialien?

Holz ist eines der beliebtesten Materialien, wenn es um Terrassen geht. Das hat vor allem den Grund, dass es gemütlicher und natürlicher aussieht, als die meisten Alternativen. Es hat ein mediterranes Flair, was das Gefühl von Urlaub und Entspannung bringt und es wird im Sommer nicht heiß, sodass man auch bedenkenlos barfuß über die Terrasse laufen kann. Außerdem staut sich kein Wasser und das Holz ist und wird nicht glatt, was für viele auch ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung ist.

Generell wird empfohlen eine Terrasse 12 Quadratmeter oder größer zu bauen. So haben auch mehrere Personen Platz. Besonders ein gemeinsames Frühstück, ein besonnenes Kaffeekränzchen oder ein unterhaltsamer Grillabend gestaltet sich in Gesellschaft viel schöner – und da ist es besser, wenn die Gäste auch Platz auf der Terrasse haben.
Für einen Tisch und zwei Stühle die einander gegenüberstehen, sollte die kürzeste Seite mindestens 3 Meter tief sein, damit niemand von der Terrasse stürzt oder es zu eng wird.

Wie wird eine Holzterrasse errichtet?

Um eine Holzterrasse zu errichten, muss erst ein Fundament geschaffen werden. Ob dieses eine gesamte Bodenplatte oder nur ein Punkt- oder Streifenfundament ist, spielt dabei keine grundlegende Rolle.
Ist kein Fundament möglich oder möchte man nicht mit Zement arbeiten, kann man auch auskoffern. Das heißt, dort, wo die Terrasse hinkommen soll, werden 15 bis 25 Zentimeter Boden ausgehoben. Diese Fläche wird anschließend mit Schotter, Kies sowie Sand gefüllt – in dieser Reihenfolge, jeweils in 5 bis 8 Zentimeter dicken Schichten.
Kann oder will man kein Fundament setzen und kommt Auskoffern auch nicht infrage, kann ein Gitter aus Kunststoff helfen, welches für den Bau der Terrasse genutzt wird. Für dieses ist aber ein fester sowie ebener Grund erforderlich.

Irrelevant für welche Grundlagenform man sich entscheidet, es sollte immer ein Gefälle von maximal 5 Prozent vorhanden sein. Dieses muss unbedingt vom Haus wegführen, damit keine Staunässe am Haus entsteht.

Wird der Unterbau mit Holz verkleidet oder entscheidet man sich für eine Holzvariante des Unterbaus, ist es zu empfehlen dieselbe Holzart zu wählen, die für die Terrassenfläche verwendet wird. Das sieht optisch besser aus und sorgt auch dafür, dass alle Teile der Terrasse gleich arbeiten.

Welche Holzart ist die richtige?

Die gewählte Holzart entscheidet nicht nur, wie die Terrasse aussieht und sich anfühlt, sondern auch, wie lange man Freude daran hat.
Zu empfehlen ist in jedem Fall einheimische Hölzer zu nehmen, denn diese sind meist nachhaltiger gezogen als in anderen Ländern, außerdem fällt ein langer Transportweg aus, was die Natur sicher dankt.

Nun ist es so, dass Holz mit der Zeit verwittern kann. Der Regen quillt es auf, bringt Feuchtigkeit hinein, die Sonne trocknet es und bleicht es aus.
Bei Holz gibt es sogenannte Dauerhaftigkeitsklassen. Diese reichen von der Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 5.
Umso niedriger die Klasse, umso länger hält das Holz. Aus diesem Grund werden für Terrassen die Dauerhaftigkeitsklassen 1 sowie 2 empfohlen, was bedeutet, dass das Holz 15 Jahre und bis zu mehr als 25 Jahre hält.

Robinie:

Robinienholz hat je nach Holzqualität eine Dauerhaftigkeitsklasse von 1 bis 2. Gutes Robinienholz hält also über 25 Jahre, wenn es auch regelmäßig gepflegt wurde. Nachteil bei dieser Holzart ist, dass es nur relativ kurze Holzstücken gibt, da die Robinie nicht einfach und gerade wächst. Zum Beispiel Holzkacheln lassen sich aber auch gut für eine Terrasse verwenden, wenn man sonst kein Glück bezüglich einer ausreichenden Länge hat.

Kiefer:

Kiefernholz besitzt eine Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 2, auch hier liegt der Unterschied ausgehend bei der unterschiedlichen Holzqualität. Kieferholz harzt nicht aus und hat eine sehr hohe Formstabilität, was für eine gerade Fläche sehr wichtig ist. So verzieht sich der Boden der Terrasse nicht und alles bleibt ansehnlich und stabil.

Lärche:

Die Sibirische Lärche ist eine bekannte Nadelholzart im Außen- und im Terrassen-Bereich, welche in Westsibirien, in den Gebirgen Süd-Sibiriens sowie in der zentralsibirische Hocheben der Nördlichen Mongolei heimisch ist. Durch das deutlich kältere Klima wächst die sibirische Lärche langsamer als die europäische Lärche. Das hat zur Folge, dass die Jahrringe enger zusammen liegen, wodurch das Holz härter ist und ein besseres Stehvermögen aufweist. Sie eignet sich hervorragend als Alternative zu tropischen Harthölzern.

Terrassenholz Lärche
Lärche

Eiche:

Eichenholz besitzt die Dauerhaftigkeitsklasse 2 und hält somit 15 bis 25 Jahre, wenn es gut behandelt und gepflegt wird. Das Holz nutzt sich nur schwach ab, ist also sehr robust, neigt allerdings dazu Risse zu bilden. Diese sind aber eher ein kosmetischer Makel, der nichts an der Stabilität ändert.
Eichenholz sticht besonders dadurch heraus, dass es sehr witterungsfest ist.

Thermoholz:

Thermoholz wird durch thermisches Erhitzen wasserabweisend und resistent gegen Pilzbefall und Fäulnis gemacht. Um Thermoholz herzustellen, wird meist Esche oder Buche verwendet. Da Thermoholz so resistent gegen äußere Einflüsse ist und da es splitterfest und rutschfest ist, ist es als Terrassenboden besonders gut geeignet. Es sei allerdings angemerkt, das es sich hierbei um ei Verfahren handelt, welches noch nicht lange angewendet wird. Daher gibt es dazu noch keine Langzeiterfahrungen, was die Dauerhaftigkeit betrifft.

Tropenholz für die Terrasse verwenden?

Viele Terrassenbauer verwenden gern Tropenholz als Material für die Terrasse. Diese sehen nicht nur gut aus, sondern sind in der Regel auch sehr robust. Wichtig beim Kauf von Tropenholz ist, dass auf die FSC-Zertifizierung geachtet wird.
Dieses versichert, dass das Holz aus zuverlässiger Quelle stammt, denn Raubbau ebenso wie Plantagen die Monokulturen enthalten, sind eine große Gefahr für die Regenwälder.
Es ist wichtig bei Tropenholz darauf zu achten, dass dieses aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammt. Bei dieser leben die Menschen in guten Verhältnissen und werden von dem Holzgeschäft ernährt. Sie sorgen dauerhaft dafür, dass die Ökologie und das Gleichgewicht der Natur erhalten bleiben.

Zwar ist es nicht gut, wenn Tropenholz bezogen wird, einheimische Hölzer sind immer besser für die Umwelt und die Natur, zertifiziertes Tropenholz zu verwenden ist aber zumindest tolerierbar.
Wichtig ist hierbei auch, dass Tropenholz deutlich teurer als Holz aus der Region ist. Im Schnitt muss man dafür drei- bis fünfmal so viel auf den Tisch legen als für einheimisches Holz.

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